Mit dem Rollstuhl in die USA – ein Erfahrungsbericht
New York - San Francisco - Los Angeles - Las Vegas - Grand Canyon

Los Angeles

Sonntags hatten wir dann eine lange Strecke vor uns. Um von San Francisco nach Los Angeles zu gelangen, gibt es einen „kurzen“ Weg von ca. 500 km, welcher aber nicht an der Küste entlang führt. Da wir aber tolle Aussichten auf den Pazifik haben wollten, wählten wir die Küstenroute, sodass etwa 750 km vor uns lagen.  

An der Route No. 1 konnten wir dann viele tolle Ausblicke genießen. Weit draußen auf dem Wasser gab es sogar Wale zu sehen. Entlang der Straße gibt es ständig Plätze zum Anhalten. Diese Stellen waren so atemberaubend, dass wir kaum eine auslassen wollten und so im Schnitt bestimmt alle 5-10 km anhielten. Dies führte zu tollen Fotos, aber auch einem anstrengenden Tag, da wir letztlich 14 Stunden brauchten, um gegen 22:30 erschöpft in LA anzukommen. 

Hier würde ich im Nachhinein empfehlen, entlang der Strecke eine Zwischenübernachtung einzulegen. Dann wäre alles etwas gemütlicher abgelaufen, aber auch so war es toll.

LA ist eine extrem ausgedehnte Stadt. Es gibt eine neu gebaute, komplett barrierefreie U-Bahn, die aber nur einen kleinen Teil der City erreicht. Am ersten Tag konnten wir mit dieser nach Hollywood fahren. Bei fantastischem Wetter gingen über den Walk of Fame und begutachteten das Kodak Theatre sowie das Chinese Theatre, in denen sich die Stars bei Filmpremieren regelmäßig sehen lassen. Auch (barrierefreie) Bustouren vorbei an den Häusern der Promis wurden angeboten, allerdings waren diese nicht ganz günstig, sodass wir darauf verzichteten, an hohen Hecken und Sicherheitsmauern vorbeizufahren.


Der "Walk of Fame"

Am Nachmittag hatten wir eigentlich vor, nach Beverly Hills zu fahren. Nach kurzer U-Bahn-Irrfahrt durch die Stadt bemerkten wir, dass in LA wohl doch der Bus das Verkehrsmittel der Wahl ist. Damit werden wesentlich mehr Punkte angefahren, allerdings ist man im dichten Verkehr auch entsprechend lange unterwegs. Wir benötigten ca. 45 Minuten Busfahrt, um dorthin zu gelangen. So wurde unsere Zeit leider schon etwas knapp, da wir abends noch zum Eishockey wollten.

Wir schafften es gerade rechtzeitig in das Staples Center. Die Los Angeles Kings spielten in der Pre-Season gegen die Arizona Coyotes. Ich hatte zuvor mit dem Ticket-Service gemailt und mir wurde mitgeteilt, dass ich mir online einfach normale Tickets kaufen und diese dann vor Ort gegen Rollstuhlplätze eintauschen kann. Dies klappte auch, dauerte aber doch etwas länger, sodass wir die ersten Minuten des Spiels verpassten. Danach hatten wir aber unsere Plätze auf dem Oberrang gefunden und genossen das Spiel. Einziges Manko war die extrem klimatisierte Halle, sodass wir im Verlauf des Spiels immer mehr zu Eisklötzen wurden.

Am nächsten Tag nutzten wir dann wieder unser Auto, um von A nach B zu gelangen. Wir fuhren an den Venice Beach, um dort entlang der Strandpromenade zu spazieren. Dort erlebten wir auch eines der Reisehighlights. An einer Stelle sahen wir eine Ansammlung von ca. 50 Personen. Wir schauten nach, was dort los war und entdeckten, dass gerade ein Film mit David Hasselhoff gedreht wurde. Wir schauten einige Minuten zu, dann war der Drehtag beendet. Hasselhoff lief in Richtung des Fahrzeuges, welches ihn wegbringen sollte. Die Masse marschierte natürlich hinterher, um Fotos oder Autogramme zu ergattern. Dies ignorierte er gekonnt, ehe er, bereits im Auto sitzend, mich entdeckte und zu sich rief. Er fragte, woher wir kommen, sprach kurz ein bisschen Deutsch mit uns und ich durfte ein Foto mit ihm machen.


"The Hoff"

Direkt an den Strand konnte ich leider nicht, da kein Steg vorhanden war, der bis ganz nach vorne geführt hätte. Dies war aber im gesamten Verlauf der Reise auch so ziemlich das Einzige, was ich gerne gemacht hätte, aber nicht möglich war. Nachmittags begaben wir uns dann in die Nähe des berühmten Hollywood-Zeichens in den Bergen. Von dort aus hatte man auch eine nette Sicht auf die Stadt.


Das Hollywood-Sign

Der Mittwoch, gleichzeitig unser letzter Tag, brachte uns zum Rodeo Drive, wo wir an diversen Luxus-Boutiquen vorbeischlenderten. Anschließend begaben wir uns in ein großes Einkaufszentrum, um ein bisschen zu shoppen. Abends konnten wir am Santa Monica Pier einen romantischen Sonnenuntergang erleben.

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